Theater Kleve
 

Forbidden Singing | Verbotene Litauische Lieder
Solokonzert und offener Workshop



Polyphonische Sutartinės sind ein einzigartiges Beispiel für archaische Musikfolklore aus dem nordöstlichen Litauen. Weltweit gibt es nur wenige vergleichbare Beispiele, wie den mehrstimmigen Gesang der Pygmäen Zentralafrikas, Gesänge des Balkans, die Melanesiens Panflötenensembles oder die polyphonen Lieder des nordjapanischen Ainu. Das litauische Wort sutartinė („zustimmen“ oder „sich abstimmen“, „übereinstimmen“ mit jemandem) besitzt ethische als auch ästhetische Bedeutung. Sutartinės zeichnen sich durch ihre synkretistische Natur aus – es besteht eine enge Beziehung zwischen Worten, Musik und Bewegung. Die choreographischen Elemente sind archaischer Natur und wurzeln in der alten heidnischen Religion der baltischen Region. Die Gesänge waren immer ein innerer, spiritueller Ausdruck einer gemeinsam gelebten religiösen Tradition. Während der sowjetischen Repressionsperiode im 20. Jahrhundert wurden sie aufgrund ihrer vermeintlich systemgefährdenden Kräfte verboten. Internationale Anerkennung erhielten die Sutartinės im Jahr 2010 mit Aufnahme in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO. Aktuell erfreuen sie sich großer Popularität in Litauen. Der Konzertabend gliedert sich in zwei Abschnitte: Nach dem Solokonzert der litauischen Sängerin Eglė Sirvydytė erhält das Publikum Gelegenheit, zusammen mit der Künstlerin in den polyphonen Gesang einzustimmen und der spirituellen und verbindenden Kraft des gemeinschaftlichen Singens nachzuspüren.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Muziek Biennale Niederrhein 2018
Veranstalter : Kulturprojekte Niederrhein e.V.

Sonntag, 02. September 208, 18 Uhr