Theater Kleve
  WESTSEE

 

Die Band um Mike Pelzer, Frank Bruns und Peter Cladders ist ein Vielfaltsprojekt, musikalisch wie textlich. „Es freut mich, wenn ich höre, dass unsere Musik auch eine Herausforderung ist“, sagt Pelzer, der die Band gegründet hat - und ihr kreatives Zentrum ausmacht. In seinem kleinen Studio in der Flensburger Altstadt hat Pelzer, der schon vor Jahren – und derzeit wieder – mit M. walking on the Water sehr erfolgreich Musik macht, an den Songs gearbeitet, die Texte geschrieben und die Arrangements mit Cladders und Bruns über das Internet kommuniziert und arrangiert. Das mag nicht allen Musik-Romantikern gefallen, erleichtert die Zusammenarbeit aber ungemein. Vor allem dann, wenn man Hunderte Kilometer auseinander wohnt.

Herausgekommen ist ein Stil, der sich nur schwer beschreiben lässt. Kraftvoller und melancholischer, kluger und einfühlsamer, verspielter und vor allem: deutschsprachiger Indie-Folk-Pop. Kein Song klingt wie der andere, kein Lied langweilt nach dreimaligen Hören.

„Rund“ etwa ist wie ein Spiegelkabinett voller kluger Ideen – über die Gedanken. Wenn Pelzer zum Polka-Rhythmus das Durcheinander der Gedanken im Kopf besingt: „Der Bauch treibt sie rauf, sie ändern grundlos ihren Lauf“, dann gerät der Hörer beinahe selbst ins Taumeln bei all den Richtungswechseln. Kaltes Land“ einer Parabel auf das endlose Wettrennen um Fortschritt und Wohlstand, bei dem am Ende nicht nur die Menschen, sondern auch die Umwelt verlieren.

Gerade diese Lieder offenbaren die Kraft der Texte, um die Pelzer lange gerungen hat. „Es ist schwierig, auf Deutsch zu schreiben. Die Menschen hören genauer zu, deshalb müssen die Wörter passen.“ Wohl auch deshalb lassen die Texte Raum für Interpretationen, jeder kann seine eigenen Wahrheiten finden. Immer klingt bei diesen Liedern eine gewisse Melancholie durch, aber das muss wohl so sein, bei einer Musik, die an der Ostsee entstanden ist und nach Westsee klingt.

 

Donnerstag, 04. Juni 2020, 19.30 Uhr